über die Aktion

Die Bibel ist voller Geschichten über Menschen, die sich auf der Flucht befinden und darüber, wie Gott ihnen zur Hilfe kommt. Bei der Aktion Fremdling.eu beziehen wir uns konkret auf einen Vers des Alten Testaments, der für Christinnen und Christen eine zentrale Aussage in der Flüchtlingsthematik besitzt. So ist dieser Vers nicht nur wegweisend für unsere Aktion, sondern der Wortlaut auch namensgebend:

„Die Fremdlinge sollst du nicht bedrängen und bedrücken;
denn ihr seid auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen.“
(2. Mose 22,20)

 

Präses Manfred Rekowski über die Plakataktion der Evangelischen Kirche im Rheinland:

„Die Fremdlinge sollst du nicht bedrängen und bedrücken. So lautet an mehreren Stellen des Alten Testaments Gottes Weisung an das Volk Israel. Was Luther mit „Fremdlinge“ übersetzt, meint „Schutzbürger“ oder „Hinzugekommene“. Gott nimmt die, die fremd sind, die Hilfe brauchen, die hinzukommen in Schutz. Er legt diese Menschen seinem Volk ans Herz.

Und das tut er mit dem immer wiederkehrenden Hinweis: „Denn ihr seid auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen.“ Jesus von Nazareth, der als neugeborenes Kind mit seinen Eltern vor Verfolgung nach Ägypten fliehen musste, steht selbst unter dieser Weisung und dem Hinweis Gottes. Und mit ihm stehen auch wir Christinnen und Christen heute unter diesen Worten.

Die vielen „Fremdlinge“, die auf der Suche nach Schutz, Zuflucht und Zukunft in diesen Zeiten nach Deutschland kommen, stellen uns vor große Herausforderungen. Aber für uns Christinnen und Christen führt kein Weg an der Weisung Gottes vorbei. Und auch für uns gilt der Hinweis, dass wir fremd waren – viele von denen, die heute in Deutschland leben waren bzw. sind selbst Fremdlinge, Schutzbürger und Hinzugekommene.

Die Plakate und Postkarten der Evangelischen Kirche im Rheinland rufen das in Erinnerung: Rund zwölf Millionen Vertriebene aus dem Osten haben nach dem Zweiten Weltkrieg hier Zuflucht gefunden. Die alte Bundesrepublik hat mehr als 3,5 Millionen Flüchtlinge und Übersiedler aus der DDR sowie rund vier Millionen Aussiedler aufgenommen. Dazu die vielen DDR-Flüchtlinge im Jahr 1989.

Mit unserer Aktion laden wir Sie zum Nachdenken ein. Und wir möchten mit Ihnen über das Fremdsein ins Gespräch kommen. Auf unserer Webseite können Sie Ihre Geschichten und Gedanken mit uns und anderen teilen. Außerdem finden Sie Hinweise und Adressen wie und wo Sie helfen können sowie Tipps für die ehrenamtliche Arbeit mit Flüchtlingen.

Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland